Kernerwägungen

Erhebliche städtebauliche Impulse durch Revitalisierung eines Industrieensembles
Mit einem dauerhaft angelegten Nutzungszeitraum wird die Möglichkeit eröffnet, das Ensemble in ein lebendiges, städtebaulich reizvolles und weit ausstrahlendes Kultur- und Eventzentrum fortzuentwickeln. Internationale Beispiele (Toronto, London, New York) zeigen, welche positiven städtebaulichen Impulse und Belebungswirkungen von derartigen Zentren für einen innenstädtischen Bereich ausgehen.

Der Nahbereich von HafenCity und Innenstadt würde erheblich profitieren
Eine unmittelbare, positive Nahwirkung eines revitalisierten und zeitgemäß genutzten Oberhafen-Ensembles ist insbesondere für die unmittelbar angrenzende HafenCity zu erwarten. Weitere Impulse würden auch in Richtung Großmarkthafen, Hauptbahnhof und der Innenstadt insgesamt ausgehen.

Einzigartigkeit in Hamburg
Es gibt in Hamburg im weiteren Innenstadtbereich keine vergleichbaren Flächen und kein
Ensemble mit ähnlicher industrieller Anmutung und Eignung für die Kreativwirtschaft. Der letzte Güterbahnhof Hamburgs ist ein historischer Ort.

Übereinstimmung mit den von der Bürgerschaft der FHH beschlossenen Langfristzielen
Der Masterplan von 2011 der Freien und Hansestadt Hamburg sieht ausdrücklich folgendes vor: „Das neue Konzept sieht ausgehend vom Bestand eine dauerhafte Nutzung durch die Kreativwirtschaft vor. Mit dem Erhalt von Gebäuden und der möglichen Ergänzung mit kleinen, eingestreuten, preisgünstigen Neubauten verbindet sich der Verzicht auf die Aufhöhung des Quartiers und damit auf flächendeckenden Hochwasserschutz.“

Unausgeschöpftes Potential
Die bisherige Planung hat das Potential des Ensembles bewußt klein gehalten, zumindest nicht ausgeschöpft: Bestandsmietverträge sind mit nur kurzer Festlaufzeit vergeben worden; Eigeninitiativen der Mieter für Ausbau und Sanierung von Mietflächen sind selbst dort zurückgewiesen und untersagt worden, wo diese sinnvolle Deckungsbeiträge für das Gesamtensemble geleistet hätten. Eine ganzheitliche und übergreifende Planung für das Gesamtensemble wurde nicht zugelassen.

Zielkatalog
Die STIFTUNG OBERHAFEN strebt die dauerhafte Erhaltung und Entwicklung des gesamten Ensembles des Güterbahnhofes Oberhafen als ein Standort für Kreative und Kulturschaffende an. Die unmittelbar vom Abriss bedrohte Gleishalle ist das vielfältig nutzbare charakteristische Herz des Oberhafen Quartiers. Diese soll in einem ersten Schritt zu einem Forum für das gesamte Quartier entwickelt werden.

Allgemeine Ziele
• Kreativwirtschaft unterschiedliche, flexibel nutzbare Innen- und Außenräume zur Miete anbieten
• Mieten an Leistungsfähigkeit der Mieter anpassen
• Mieteinnahmen kostendeckend, keine Gewinnerzielungsabsicht
• Sanierung des Ensembles im Sinne des Milieu- bzw. Denkmalschutzes
• sofortige Nutzung nicht vermieteter Räume, der Gleishalle und Außenräume für temporäre und dauerhafte künstlerisch und kreative Nutzungen
• Weiterbildungen für Künstler und Kreativschaffende
• Einstellung eines Quartiermanagers und eines Kulturmanagers
• Einwerbung privater und öffentlicher Mittel für zweckgebundenen Einsatz

Konkrete Ziele
Halle 4

Sofortiger Beginn der Sanierungsmaßnahmen im 1. Bauabschnitt Achsen 09 – 33 unter Berücksichtigung der Vorschläge zu den Fassaden der STIFTUNG OBERHAFEN, außerdem statt der geplanten Trockenbau-Trennwände auf Betonsockeln zwischen den Mietungen sollen Kalksandsteinmauern hergestellt werden. Das ist kostengünstiger, schneller hergestellt, unproblematisch bei Hochwasser und entspricht dem Indusriestandard. Außenhülle der 2. Hälfte der Halle 4 im laufenden Betrieb entsprechend dem 1. Bauabschnitt Instand setzen. Fertigstellung 2017, Nutzen des Durchganges für die Öffentlichkeit als Zugang zur Rückseite.

Halle 3
Sofortiger Beginn der Planung und Ausschreibung der Sanierungsmaßnahmen der Halle 3
Achsen 01 bis 28 unter Berücksichtigung der Vorschläge der STIFTUNG OBERHAFEN zur
Fassade und zur Nutzung – 1. Bauabschnitt Beginn Frühjahr 2017, Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen der Außenhülle unter laufendem Betrieb (ohne Räumung der Mietungen) Herstellen des Fluchttunnels mit öffentlichen sanitären Anlagen.

Halle 2
Sofortiger Beginn der Sanierungsmaßnahmen im 1. Bauabschnitt Achsen 01 – 19 unter Berücksichtigung der Vorschläge zu den Fassaden der STIFTUNG OBERHAFEN Planung und Ausschreibung der restlichen Achsen der Halle 2 bis zum Bahnhofsgebäude unter Berücksichtigung der Vorschläge zu den Fassaden der Initiative Oberhafen. Dabei den vorhandenen Nutzer umfangreich informieren, damit er sich mit seinem Betrieb darauf einstellen kann. Beginn 2. Bauabschnitt Frühjahr 2017. Herstellen des Fluchttunnels mit öffentlichen sanitären Anlagen.

Kopfbau
Mieter-Ersatzflächen im Ensemble anbieten und unverzüglich herrichten, Bauantrag für die Wiederherstellung des Eingangsgebäudes Hauptgüterbahnhof Oberhafen stellen. D.h. Haupteingang wieder in die Mitte des Gebäudes im EG legen mit großzügigem Durchgang zur Gleishalle. Ein Entree schaffen. OG weiterhin als Büronutzung vorsehen, ggfs als Büros für die Nutzer (hochwassersicher)
ursruenglicheansicht

Gleishalle
Sofortiger Bauantrag zur Nutzung der Gleishalle als öffentlichen, bespielbaren Raum unter der Regie der STIFTUNG OBERHAFEN oder Kuratorium oder Verein Erstellung gemeinsames Nutzungskonzept inkl. Abstimmung mit genehmigenden Behörden parallel dazu Erstellung Ausschreibung (oder an Pächtergemeinschaft übertragen). Nur dann Sicherstellung, dass alle Beteiligten eingebunden sind und kreativ gewirtschaftet wird Bahnhofsgebäude mit Lokschuppen entsprechend o.g. Maßnahmen entwickeln, aufgrund der vorgegebenen Zeitschiene und der fehlenden Unterlagen können weitergehende Angaben zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden. Der Massivbau ist technisch und optisch Instandzusetzen. Die Fensterteilung an der Fassade sollten nach historischem Vorbild erfolgen.

Freiraum
Das markante und sich um alle Hallen ziehende Granit-Großsteinpflaster soll vollständig erhalten werden.