Von der Initiative zur Stiftung

 

Von der Initiative Oberhafen zur Erhaltung des Gleisdaches zur Gemeinnützigen Stiftung Oberhafen zur Förderung des KreativQuartieres Oberhafen

Der für Sommer 2016 vorgesehene Abbruch der Gleishalle zwischen den Halle 2 und 3 im Oberhafen war der Anlass zu Gründung der Initiative Oberhafen. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit konnte ein Moratorium des für den 4. August 2016 vorgsehenen Abbruches der Gleishalle bis zum 6. September 2016 erreicht werden. Die Initiative Oberhafen nutzte diese knapp sechs Wochen für die Erarbeitung eines umfassenden Erhaltungskonzeptes für die Gleishalle. In diesem wurde nachgewiesen, dass dieses Bauwerk aus dem Jahr 1986 über die erforderliche Standfestig und der Brandschutz für eine Nutzung als Versammlungsstätte für bis zu 3.600 Besucher verfügt, es mussten lediglich die erforderlichen Fluchtwege hergestellt werden.

Unter Mitwirkung zahlreicher Fachplaner, Architekten und Landschaftsarchitekten wurde auf über 1.000 Seiten und in zahlreichen Plänen der Nachweis erbracht, dass der Erhalt des Gleisdaches sogar wirtschaftlicher sei, als dessen Abbruch, die Entsorgung des Abbruchmaterials und die baulichen Anpassungen der angrenzenden Halle 2 und 3.

Am 6. September wurde dieses Gutachten der HafenCity Hamburg GmbH (HCH) und der Hamburg Kreativgesellschaft (KG) sowie Vertretern der zuständigen Behörden vorgestellt. Hierauf wurde seitens des treuhänderischen Verwalters der Stadt Hamburg, der HCH eine Prüfung der Ergebnisse dieses vorgelegten Gutachtens bis Februar 2017 zu gesagt. Während dieser Prüfung sollte der Erhalt des Gleisdaches sichergestellt sein.

Im Folgenden zeigte es sich, dass es für die Entwicklung des Oberhafen KreativQuartieres seitens der Stadt, der HCH und KG weder ein Gesamtkonzept noch eine an die historische Bausubstanz und Bedürfnisse wechselnder Kreativmieter angepasste Sanierungplanung gab. Es waren unwirtschaftliche und nicht nachhaltige bauliche Maßnahmen vorgesehen. Die baulichen Lösungen waren nicht ausreichend an die Hochwassergefahr angepasst und nicht flexibel genug für ein sich ständig in Veränderung befindliches Mieterklientel.

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln von 3,4 Mio Euro ist eine Sanierung des Gesamtquartieres nicht möglich. Aus diesem Grunde haben sich die Mitglieder der Initiative entschlossen diese in die Gemeinnützige STIFTUNG OBERHAFEN zu überführen. So ist es zufünftig möglich, zusätzliche private Förder- und Spendenmittel einzuwerben. Gleichzeitig nutzten die Mitglieder der Initiative ihre Kontakte und Einfluss um auf Bundesebene Zusagen für zusätzliche Mittel in Höhe von 2,4 Mio Euro für die Kofinanzierung der Entwicklung dieses Kreativquartieres zu erzielen.

Als Reaktion auf die kritische Prüfung der geplanten Baumaßnahmen durch die Inititative bzw. STIFTUNG OBERHAFEN, wurden bereits die im Herbst 2016 begonnenen Sanierungsmaßnahmen der Halle 4.1, 3.G und 2.1 so modifieriert, dass das äußere industriell geprägte Erscheinungsbild des Quartieres auch künftig zur Geltung kommt und die Maßnahmen wesentlich kostengünstiger durch geführt werden können.

Parallel wurde mit den Nutzern, die teilweise schon seit vielen Jahren im Oberhafen ansässig sind oder die in den unterschiedlichen Auswahlverfahren ausgesucht wurden, ein Beteiligungs- bzw. Partizipationsprozess Bottom-up begonnen. Hauptergebnisse dieses Prozesses waren, dass es für die nachhaltige Entwicklung eines KreativQuartieres folgendes erforderlich ist:

– Investitionssicherheit durch langfristige Mietverträge und eine Rahmengenehmigung, Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten
– eine einvernehmliche Installation eines Quartier- und Kulturmanagers
– Entwicklung von selbstverwalteten Strukturen für Vermietung, Bewirtschaftung, die erforderlichen baulichen Maßnahmen sowie für gemeinsame Projekte sowie Außendarstellung

Weitere Unterstützung erfolgte durch die Sammlung von über 4.000 Unterschriften von Unterstüzern in nur zwei Tagen sowie durch die Anwerbung von Kunstprojekten wie das „Theater der Welt“ für den Standort Oberhafen.

Die STIFTUNG OBERHAFEN hat sich im Februar 2017 um eine eigene Bürofläche vor Ort beworben, um dort präsent zu sein. Dieses Ansinnen wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass es dafür zur Zeit kein Platz gäbe. Gleichzeitig stehen Teile der von der Kreativgesellschaft angemieteten Flächen unverändert seit Jahren leer.


Die STIFTUNG OBERHAFEN hat inzwischen folgendes erarbeitet:
– ein Gesamtkonzept für den Oberhafen
– ein Brandschutzkonzept
– Hochbauplanungen für die temporäre Multifunktionsfläche in der noch unsanierten Halle 3
– ein Freiraumentwicklungskonzept für die Gleishalle als „Greenhall“ bzw. Forum für des OberhafenQuartier und die Stadt
–  zahlreiche Runde Tische und Einzelgespräche mit den Nutzern


Der Wert all dieser Dienstleistungen beläuft sich auf rund 250.000 Euro, wären diese regulär von der Stadt oder einer ihrer Gesellschaften als Aufträge an die entsprechenden Planer und Berater vergeben worden.